Der Kotschari: Geschichte, Schritte und Gedächtnis eines emblematischen Tanzes
Aus dem Französischen übersetzt
Der Kotschari (Քոչարի) stellt einen der lebendigsten Ausdrücke der traditionellen armenischen Künste dar. Dieser im armenischen Hochland entstandene gemeinschaftliche Reigentanz wird von den Armeniern seit mehr als tausend Jahren praktiziert. Der Begriff besitzt auch über die Grenzen hinaus Resonanz und verweist sogar, in einem völlig anderen Bereich, auf ein gleichnamiges ägyptisches Gericht, das ebenfalls von der UNESCO anerkannt ist.
Eine kriegerische Gestik und eine jahrtausendealte Verwurzelung
Der armenische Kotschari wird sowohl von Männern als auch von Frauen getanzt und soll einschüchternd wirken. In jeder Region des armenischen Hochlands existierte früher ein eigener Kotschari, der sich sowohl durch die Art des Tanzens als auch durch seine Musik unterschied.
Die choreografische Struktur folgt besonderen körperlichen Codes. Wie der Musikethnologe John Blacking beschrieb, versammelt der Kotschari die Tänzer Seite an Seite, die sich an den Händen halten, und sein Tempo reicht von mässig bis schnell. Während des Tanzes ahmen die Teilnehmenden die Sprünge von Ziegen nach. Bewegungen, bei denen die Ausführenden in die Hocke gehen und Kopfstösse gegen einen imaginären Gegner nachahmen, werden von kräftigen Hochsprüngen gefolgt.
Die moderneren Formen des Kotschari haben einen «Tremolo-Schritt» hinzugefügt, der darin besteht, den gesamten Körper zu schütteln. Was den Namen selbst betrifft, bedeutet er auf Armenisch wörtlich «Knie-komm», von gudj (oder goudj, գուճ), das Knie, und ari (արի), «komm».
Historischer Verlauf und regionale Varianten
Was seine historische und territoriale Entwicklung betrifft, so verbreitete sich der Tanz nach dem Völkermord an den Armeniern im östlichen Teil Armeniens. Parallel zur armenischen Tradition werden heute Varianten von anderen Völkern getanzt, insbesondere von den Assyrern und den Pontosgriechen.
Bei den Pontosgriechen trägt der Tanz den Namen Kótsari (Κότσαρι); Pontosgriechen und Armenier teilen zahlreiche kraftvolle und kriegerische Tänze wie den Kotschari. Im Gegensatz zu den meisten pontischen Tänzen folgt er einem geraden 2/4-Takt und wurde ursprünglich im geschlossenen Kreis getanzt. Sein Name soll von kotsi (kots auf Pontisch, vom mittelgriechischen kottion, die Ferse) und airo (heben) stammen: «die Ferse heben», da die Ferse von den Griechen als derjenige Teil des Fusses angesehen wird, den der Tänzer hauptsächlich nutzt.
Diese Traditionen stiessen auf weltweiter Ebene auf institutionelle Aufmerksamkeit. Der armenische Kotschari wurde 2017 von der UNESCO in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes eingetragen.
Quellen
- Kochari (Wikipedia en)
Texte aus Wikipedia (CC BY-SA 4.0) und Wikisource (CC BY-SA 3.0), als Quellen verwendet.
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